MMS Multi-Modale-Schmerztherapie

Hallo Ihr lieben!

Die Menschen die mich kennen wissen das ich eine Schmerztherapie im Alfelder Ameos Klinikum mache. Ich leide unter mehreren Bandscheibenvorfällen im HWS (Halswirbelsäulenbereich) und im LWS (Lendenwirbelsäulenbereich)Bereich. Diese sind sehr schmerzhaft und schränken enorm in der Bewegung ein. Durch diese Bewegungseinschränkung kommt es wiederum zu gravierenden Muskelverspannungen. Diese Muskelverspannungen üben Symptome aus wie, Herzbeklemmungen, Herzinfarktsymptome, Ängste, Engegefühle in der Brustgegend, starke Schmerzen in den Armen ( links oder rechts oder beide).

Ich habe im Jahr 2017 einen Herzinfarkt gehabt und bezüglich dessen waren immer wieder die Gedanken im Vordergrund da, wenn ein Symptom auftauchte. Jeder der noch nichts durchgemacht hat sagt jetzt“Och der jammert ja wegen nichts“. Hatte man einen Herzinfarkt, mit all den Schmerzen und der Todesangst die dann herrscht, redet und denkt man anders.

Jedenfalls habe ich mich in die Hände eines Neurochirurgen begeben um die Sachen abklären zu lassen, der empfahl mir eine Schmerztherapie zu machen. Ich bekam Göttingen als Auswahl, da ein Bekannter von mir aber in Alfeld war, und dem es da gut gefallen hatte, beschloss ich mir einen Termin in Alfeld zu besorgen.

Ich bekam einen Termin zu einem Vorgespräch mit Untersuchung, wozu ich einen Fragebogen mitgebracht hatte der mir vorher zugeschickt worden war. Der Arzt der mich untersuchte (es war der Chef der Schmerzstation) war sehr nett und freundlich. Nach der Untersuchung und dem Gespräch sagte er mir schon zu das es mit der Aufnahme klappen würde. Mit einer sehr freundlichen Frau vom Sekretariat wurde dann der Termin zur Aufnahme vereinbart.

Am 23.März 2019 war es schließlich soweit, ich ging für 14 Tage in die Schmerztherapie nach Alfeld. Am ersten Tag war es nur Aufnahme und kennen lernen. Es gab Einzelgespräche mit den Ärzten und Therapeuten (incl. Physio und Psychotherapeuten). Alles in allem der Aufnahmetag war am Donnerstag, ging es am Freitag dann richtig los. Es hat in den ganzen 14 Tagen richtig Spaß gemacht.

Ich hatte morgens ab 9.00 Uhr immer Gerätetraining für 2 Stunden, dann über den Tag verteilt verschiedene Therapien von Nordic Walking über Thai Chi und Qi Gong sowie Biofeedback, Ergotherapie, Kunst und Musiktherapie sowie eine Procain-Basen-Infusion.

Ich bekam in der ersten Woche eine PDA(Periduralanästhesie).

Die Periduralanästhesie (PDA) kann, je nach verwendeter Konzentration des Lokalanästhetikums, zur Schmerzlinderung und zur kompletten Schmerzausschaltung angewendet werden. Bei größeren bauchchirurgischen, orthopädischen, gynäkologischen oder urologischen Eingriffen wird ein Periduralkatheter präoperativ meist deswegen angelegt, um ihn postoperativ zur Schmerztherapie zu nutzen. Dadurch kann der Bedarf an anderen Schmerzmitteln (z. B. Opioiden) gesenkt werden und die Häufigkeit von Darmmotilitätstörungen gesenkt werden. Quelle Wikipedia

Sie war nicht schmerzhaft, ich musste anschließend zwei Stunden liegen um nicht als Nebenwirkung Kopfschmerzen zu bekommen. Nach ca. 3 Tagen fing es langsam an zu wirken. Ich war bis Juni 2020 weitestgehend Schmerzfrei. Natürlich wurde ich auch nach Abschluss der stationären Behandlung vom gleichen Team weiter betreut. Alle 14 Tage nach Alfeld zur Procain-Basen-Infusion, und auch zwischendurch ein Arztgespräch der dann beurteilt, ob es wieder Zeit wird für eine Wiederholung der Therapie.

Man wird während und auch nach der Therapie sehr gut betreut von allen, und auch die Infusionen tuen ihr übriges, gut nun sind alle Schmerzpatienten unterschiedlich, und es wird auch von jedem unterschiedlich vertragen.

Ich selber kann nur jedem der unter Schmerzen leidet raten „Lasst euch helfen, ihr müsst es nicht alleine durchmachen“.

Sogenannte Schmerzkliniken oder Stationen mit Schmerztherapien gibt es in ganz Deutschland. Ihr könnt euch auch bei der Deutschen Schmerzliga umschauen oder direkt Kontakt aufnehmen info@schmerzliga.de , da wird euch bestimmt weitergeholfen.

Es gibt eine Schmerztherapie und eine sogenannte Multimodale-Schmerztherapie, natürlich braucht man gewisse Voraussetzungen das man eine solche Therapie bekommt.

Eine stationäre multimodale Schmerztherapie ist bei vielen chronischen anhaltenden und rezidivierenden Schmerzen indiziert, wenn eine unimodale oder multidisziplinäre ambulante Therapie zu keinem ausreichend zufriedenstellenden Erfolg geführt hat. Mitunter kann ein solcher Klinikaufenthalt auch dazu beitragen, eine Chronifizierung von Schmerzen frühzeitig zu verhindern. Krankheitsbilder mit hohem Chronifizierungs-Potential sind Kopf- und Gesichtsschmerzen, Rückenschmerzen, viszerale Schmerzsyndrome, muskoloskelettale Schmerzen, neuropathische und ischämische Schmerzen, Fibromyalgie, Tumorschmerzen, psychogene Schmerzerkrankungen und degenerativ bedingte Schmerzen.

Folgende Kriterien gelten als Voraussetzung für eine stationäre multimodale Schmerztherapie:

auf somatischer Ebene (Somatisch bedeutet: „das, was sich auf den Körper bezieht; körperlich“

  • erhebliche Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit infolge von Schmerzen, Funktionsstörungen und/oder schmerzbedingte Verhaltensänderung
  • Schmerz-Generalisation (weitere Schmerzlokalisationen, intensivere und häufigere Schmerzattacken)
  • Zunahme des Medikamentenverbrauchs
  • Zunahme von Komorbiditäten (Eine Komorbidität ist ein weiteres, diagnostisch abgrenzbares Krankheitsbild oder Syndrom, das zusätzlich zu einer Grunderkrankung (Indexerkrankung) vorliegt. Übersetzt bedeutet der Begriff Begleiterkrankung)
  • Diskrepanz zwischen subjektivem Befinden und somatischen Befunden
  • erhöhte psychophysische Reagibilität mit unspezifischen, organisch nicht erklärbaren Beschwerden
  • Differenz zwischen objektivierbarer Schädigung und subjektiv empfundener Beeinträchtigung

auf psychischer Ebene  

  • depressive Symptomatik: ausgeprägtes Gefühl von Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit, Schwingungsverlust, Entwertungsgefühl, Labilität
  • Angstsymptome (Bewegungsangst, Phobien, generalisierte Angst)
  • Somatisierung emotionaler Konflikte und/oder psychosozialer Probleme
  • maladaptative Kognitionen und Bewältigungsstrategien wie Durchhalte- oder Vermeidungsverhalten

auf sozialer Ebene

  • häufige Inanspruchnahme medizinischer Versorgungssysteme, vermehrter schmerzbedingter Arbeitsausfall
  • Einschränkung sozialer Aktivitäten
  • zunehmendes Konfliktpotential innerhalb der Familie, im Freundeskreis und/oder am Arbeitsplatz
  • Interessenverlust und Vernachlässigung von Freunden und Sozialkontakten.

Solltet ihr unter chronischen Schmerzen leiden redet mit eurem Hausarzt, sprecht ihn auf eine Schmerztherapie an. Ein jeder muss sich nicht quälen sondern man kann Hilfe bekommen, die Kosten für eine solche  Schmerztherapie übernehmen in aller Regel die Krankenkassen.

Hilfe bei Schmerzen:

Deutsche Schmerzliga

Ameos Klinikum Alfeld/ Schmerzherapie

Information über die MMS:

Die gelbe Liste

Wikipedia

Patientenblätter.de

 

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