Die Broteinheiten und die Kohlenhydrateinheiten

BE und KE was ist das!

Bei Diabetikern wird immer über Broteinheiten (BE) oder Kohlenhydrateinheiten (KE) gesprochen, doch was sollen die Begriffe eigentlich aussagen oder was kann ein Diabetiker damit anfangen?

 

Die Broteinheiten (BE):

Die Broteinheit ist ein Maß für die Angabe des Kohlenhydratgehalts eines Lebensmittels. Diese Angabe benötigt der Insulinpflichtige Diabetiker um seine Insulin Dosis berechnen zu können. Weil Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel anheben, braucht man halt diese Berechnung.

Die Kohlenhydrateinheit (KE):

Die Kohlenhydrateinheit kurz KE ist eine neue Art der Berechnung der Kohlenhydrate. Vor Jahren wurden in den alten Bundesländern, die Kohlehydrate mittels BE berechnet. In den neuen Bundesländern hingegen rechnete man Kohlenhydrate in KE um. Es haben sich als Standardwert mittlerweile die Kohlehydrateinheiten durchgesetzt auf internationale Ebene. Das die Umrechnung in BE verschwindet ist nur noch eine Frage der Zeit. Bei vielen Diabetologen steht das Umrechnen in KE schon vorne an.

 

Die Berechnung:

Eine BE ist genau 12 g Kohlenhydrate. Eine dünne Scheibe Weißbrot (25 g) enthält genau 1 BE. Daher rührt auch der Name Broteinheit.

Die Kohlehydrateinheit als Alternative dazu wird dann wie folgt dagelegt. 1 KE entspricht 10 g Kohlenhydrate.

Die meisten Angaben für Kohlenhydrate findet ihr heutzutage auf den Verpackungen der Lebensmittel. Wenn nicht dann in einer Suchmaschine eingeben und suchen lassen. Meistens findet man die Angabe „In 100g“ sollte aber auf der Packung „pro Portion“ stehen, immer auf die Portionsgröße achten da diese häufig sehr klein angegeben werden.

 

Eine Beispielrechnung:

Kohlenhydratgehalt in 100 g : 100 * gegessene Menge in Gramm= Kohlenhydrate gesamt.

 

Es ist auch ganz wichtig zwischen schnellen und langsamen Broteinheiten unterscheiden zu können. Das sollten eigentlich auch die nächsten Angehörigen sprich Ehefrau, Kinder etc. können, um im Falle einer Unterzuckerung richtig reagieren zu können.

Schnelle BE‘s:

 

  • 100 ml Saft unverdünnt
  • 100 ml Cola, Fanta oder Sprite (nicht light)
  • 10 Gummibärchen
  • 2 Scheiben Traubenzucker.

Langsame BE‘s

 

  • 1 Hanuta
  • 1 Stück Obst (z.B. ein Apfel)
  • 75g Fruchtjoghurt.

Natürlich Laufen nun nicht alle Diabetiker ständig mit Messlöffeln, Tabellen und Waagen herum. In der ersten Zeit sollte man sich schon ans abmessen und wiegen halten, aber mit der Zeit geht es wie man so schön sagt alles direkt ins Blut über.

Haferflocken helfen dem Diabetiker!

Sie sind günstig und fast überall zu bekommen, ob im Supermarkt oder beim Discounter.

Die Rede ist von Haferflocken, doch was macht dieses Superfood aus unserer Gegend so attraktiv?

Die Haferflocken punkten mit vielen Vorteilen.

  • 1. Haferflocken enthalten sehr viel Proteine
  • 2. Haferflocken liefern wertvolle Nährstoffe
  • 3. Haferflocken haben den Ruf, die Knochen zu stärken
  • 4. Haferflocken wirken beruhigend auf den Magen
  • 5. Haferflocken senken den Blutfettspiegel
  • 6. Haferflocken wirken positv auf die Darmflora
  • 7. Haferflocken können den Blutzuckerspiegel senken

Wie können Haferflocken den Blutzuckespiegel senken?

Haferflocken enthalten eine spezielle Art von Ballaststoffen, die sogenannten „Beta-Glucane“.

Diese Beta-Glucane sind für Typ 2 Diabetiker besonders interressant, weil sie einen sehr starken Anstieg des Blutzuckerspiegels verhindern.

100 g Haferflocken enthalten 4,5 g der Beta-Glucane und schützen somit auch die sehr empfindliche Schleimhaut des Darms. Die Beta-Glucane haben auch die Eigenschaft Gallensäure zu binden und auszuleiten, daher muss der Körper auf Cholesterin zurückgreifen, um neue Gallensäure zu bilden. Der Vorteil der Cholesterinspiegel sinkt.

Haferflocken enthalten auch für den Körper lebenswichtige B-Vitamine. Außerdem sind Haferflocken ein sehr guter Energielieferant mit 332 Kilokalorien pro 100 g also vergleichbar mit Reis. Nur sind die Kohlenhydrate bei Haferflocken im Gegensatz zu Reis langkettig. Das heißt der Blutzuckerspiegel steigt langsam, man ist länger satt.

Natürlich sind auch Haferflocken kein Wundermittel, und man sollte es auch nicht übertreiben. Das ideale Maß wären so 40-50 g Haferflocken, die 150-180 Kilokalorien liefern.

Zudem sollte man Haferflocken immer mit etwas eiweißhaltigem (Milch, Joghurt oder Quark) zu sich nehmen. Das ganze mit einem Topping aus Früchten und man hat etwas sehr gesundes und ein paar extra Vitaminen.

BE Tabelle für Schokolade

Hier eine Übersicht der Kohlehydrat Zahlen von Schokolade mit unterschiedlichem Kakaogehalt. Anhand dessen kann man sehen warum in der Low Carb Welt soviel dunkle Schokolade eingesetzt wird:

 

Nährwert in

100 g

kcal

KH

Zucker

Eiweiß

Fett

Kakaogehalt

Weiße Schokolade

537

63 g

63 g

29,5 g

4,7 g

0%

Vollmilch

535

55 g

55 g

31,5 g

7,3 g

25-30 %

Zartbitter

516

51,1 g

47,8 g

30,1 g

5,6 g

50,0%

Halbbitter

551

48,9 g

45,7 g

35,9 g

4,6 g

50,0%

60% Kakao

530

47,1 g

42,4

32 g

8,3g

60,0%

70% Kakao

546

33,5 g

28 g

42,3 g

7,7 g

70,0%

80% Kakao

523

23,5 g

17 g

43,3 g

9,6 g

80,0%

90% Kakao

580

14,0 g

7 g

55 g

10 g

90,0%

99% Kakao

530

8 g

8 g

49 g

13 g

99%

 

BE und KE berechnen!

Der BE Faktor:

Der BE-Faktor ist ein Umrechnungsfaktor, der von Patienten mit einem insulinpflichtigen Diabetes mellitus verwendet wird, wenn sie eine Insulintherapie nach dem Basis-Bolus-Konzept betreiben. Er dient zur Berechnung der Insulinmenge (Bolus), die vor jeder Mahlzeit (präprandial) in Abhängigkeit von der geplanten Menge an Kohlenhydraten gespritzt wird.

Bei der Anwendung von BE-Faktoren wird zunächst der Kohlenhydratgehalt der geplanten Mahlzeit aus Tabellen und ggf. durch Abwiegen ermittelt. Die Menge an Kohlenhydraten in Broteinheiten (BE, 1 BE = 12 g Kohlenhydrat) wird mit dem BE-Faktor multipliziert und ergibt so die individuell benötigte Insulindosis in Internationalen Einheiten (IE) für diese Mahlzeit.

BE Ermittlungsfaktor:

Der BE-Faktor wird durch Ausprobieren verschiedener Insulinmengen für jeden individuellen Patienten und für jede Mahlzeit gesondert ermittelt und variiert in der Regel zwischen 0,5 und 4, so dass also pro BE zwischen 0,5 und 4 IE Insulin gespritzt werden. Typisch sind BE-Faktoren von 2 IE pro BE am Vormittag, 1 IE pro BE gegen Mittag und 1,5 IE pro BE am Abend.

Heutzutage wird jedoch vermehrt ein KE-Faktor verwendet, da sich mit diesem die IE einfacher berechnen lassen.

KE Faktor:

Der KE-Faktor (Kohlenhydrateinheiten-Faktor) ist in seiner Verwendung identisch mit dem BE-Faktor. Die Kohlenhydrateinheiten ermitteln sich wie folgt: 1KE = 10 g KH (Kohlenhydrate)

KE Ermittlungsfaktor:

Der KE Faktor wird ebenfalls, wie der BE-Faktor, durch Ausprobieren für jeden Patienten individuell bestimmt und variiert normalerweise zu verschiedenen Tageszeiten.

==== Berechnungsbeispiel ====
Auf einer Müslipackung sind in der [[Nährwerttabelle]] für 100 g Müsli 25,4 g Kohlenhydrate angegeben.

{\displaystyle 25{,}4\,{\text{g}}/10=2{,}54\,{\text{KE}}}

sind die Kohlenhydrateinheiten (KE) für 100 g Müsli. Angenommen man isst 250 g Müsli, dann wären das also

{\displaystyle 250\,{\text{g}}\cdot 2{,}54\,{\text{KE}}/100\,{\text{g}}=6{,}35\,{\text{KE}}}

für die ganze Mahlzeit.
Um hieraus jetzt die benötigten Insulineinheiten (IE) zu ermitteln, multipliziert man die KE pro Mahlzeit mit dem persönlichen KE-Faktor.
Angenommen es ist morgens und der morgendliche KE-Faktor beträgt 0,5 dann ergibt sich folgende Rechnung:

{\displaystyle 6{,}35\,{\text{KE}}\cdot 0{,}5\,{\text{IE}}/{\text{KE}}=3{,}175\,{\text{IE}}}.
Also müsste ein Diabetiker mit diesem KE-Faktor morgens für 250 g Müsli 3 Insulineinheiten spritzen.

 

Dieser Artikel ist keine Selbstdiagnose und kann keinen Arztbesuch ersetzen! Er dient lediglich zur Information!

 

Finde ich als Diabetiker Hilfe im Internet

Diabetes wo bekomme ich Hilfe wo kann ich mich informieren, diese berechtigte Frage stellen sich viele, die zum ersten mal die Diagnose Diabetes bekommen. Wir haben uns schon mit dem Thema Was ist Diabetes auseinandergesetzt in „Diabetes was nun?“ .

Der wichtigste Ansprechpartner ist immer erst der Hausarzt/Hausärztin oder der Diabetologe/ Diabetologin. Das Internet und ist es noch so voll mit Informationen kann keinen Arzt ersetzen. Wenn man Symptome in einer Suchmaschine eingibt können haarsträubende Ergebnisse zu Tage gefördert werden, und ein völlig falsches Bild der Krankheit geben, oder eine völlig falsche Krankheit anzeigen.

Die erste Adresse die euch wirklich ans Herz legen kann ist die von diabetesDE, nein ich habe mich nicht verschrieben die Seite heißt tatsächlich so und war tatsächlich auch meine erste Diabetikerseite die ich besucht habe..

Die diabetesDE Seite ist sehr leserfreundlich gestaltet, voll bepackt mit Informationen, sie stellen Experten Chat’s zur Verfügung bzw. kann man auch in älteren Chat-Protokollen nachlesen, welche Fragen und Antworten es gegeben hat.

Es ist ein sehr umfangreiches Portal das sich nicht nur mit dem Thema Diabetes befasst sondern auch dem ganzen drumherum. Also Begleiterkrankungen, Ernährung, sehr gute Tipps, tolle Rezepte und eine ganze Menge mehr. Im übrigen könnt ihr euch auch für einen Newsletter anmelden.

Dazu kommt ein großer Downloadbereich mit Infomaterial. Die speziellen Links dazu werden euch von mir im Downloadbereich hier auf meiner Seite auch angeboten.

So hier nochmal die genaue Adresse zu diabetesDE:  https://www.diabetesde.org/


Was für Diabetiker Neulinge vielleicht auch sehr interessant sein dürfte ist die Seite „Broteinheiten (BE) in Bildern„.

Zu sehen sind Bilder von Nahrungsmittel, diese Bilder stellen jedesmal eine BE/KE dar um den Diabetiker zu veranschaulichen wieviel ungefähr 1 BE des jeweiligen Obst oder sonstiges Gemüse ist.

Und hier geht es auch direkt zur Seite: https://jumk.de/be/#suess


Falls ihr euch mit Gleichgesinnten austauschen möchtet, kann ich euch das „Diabetes-Forum.de“ empfehlen. Da könnt ihr euch mit anderen Diabetikern austauschen bzw. Fragen stellen und bekommt von Betroffenen eine Antwort.

Hier geht es auch direkt zum Forum: https://www.diabetes-forum.de/forum


Für alle die jetzt noch etwas mehr lesen wollen/möchten kann ich euch auch die „DiabSite“ empfehlen. Die DiabSite ist ein unabhängiges Diabetiker Portal, das 1999 von 5 Berliner Diabetikerinnen gegründet wurde. Auch hier findet ihr viel Informationen rund um Diabetes und auch viele Rezepte.

Und hier geht es zur diabSite: https://www.diabsite.de/index.html


Ich sage jetzt nochmal ausdrücklich: Diese Informationen und diese Webseiten ersetzen keinen Arztbesuch. Mit Diabetes ist nicht zu Spaßen, und Diabetes kann jeden treffen egal ob Dick ob Dünn. Und es heißt nicht das ein Mensch mit Diabetes keinen Zucker oder Zuckerhaltiges darf. Er darf alles Essen nur in Maßen und wenig Kohlehydrate.

Darf ein Diabetiker Ajvar?

Ajvar oder Ajwar, mazedonisch und serbisch-kyrillisch Ајвар, bosnisch und kroatisch Ajvar, türkisch Hajvar oder Kavyar oder

albanisch Ajvari, ist ein so genannter Gemüsekaviar, ein Mus aus Paprika oder alternativ Paprika und Auberginen, welches kalt zu Fleischgerichten serviert wird oder als Würzmittel und Brotaufstrich dient.

Besonders etabliert ist Ajvar in den Küchen der Länder des ehemaligen Jugoslawien, wo er jeweils als nationale Spezialität gilt. Bezüglich der konkreten Herkunft der Speise gibt es unterschiedliche und umstrittene Theorien. Bekannt ist Ajvar auch in anderen südosteuropäischen Ländern und der Türkei.

1996 scheiterte die slowenische Firma Živilska industrija d.o.o. aus Kamnik bei dem Versuch, den Begriff Ajvar schützen zu lassen, da es sich um einen generischen Begriff handelt. In fast allen Ländern des ehemaligen Jugoslawien gibt es rund um Ajvar kulturelle und kulinarische Veranstaltungen, teilweise mit Wettbewerbscharakter.

Zur traditionellen Herstellung werden rote Paprika angeröstet, gehäutet und entkernt sowie unter ständigem Rühren mit etwas Öl so lange sanft geköchelt, bis sie sich zu einer homogenen Masse aufgelöst haben, was mehrere Stunden dauern kann. Gewürzt wird nur mit Salz und Pfeffer. Luftdicht verschlossen ist dieser Ajvar über längere Zeit haltbar.

Bei modernen Varianten werden häufig weitere Zutaten verwendet und wesentlich kürzer gegart. Dazu werden rote Gemüsepaprika bzw. Paprika und Auberginen erst im Backofen geröstet und geschält, die Paprika entkernt, alles fein gehackt, mit Olivenöl und Zitronensaft oder Essig, Peperoni, Knoblauch, Pfeffer, Salz und feingehackten, gedünsteten Zwiebeln und eventuell Auberginen vermischt und so lange sanft gegart, bis die Flüssigkeit nahezu eingekocht ist.

Ajvar ist auch für Diabetiker geeignet. Ajvar wird generell bei der Herstellung Zucker zugesetzt, darum sollten Diabetiker unbedingt auf die Nährwerttabelle achten. Die Kohlenhydrate schwanken sehr je nach Hersteller, zwischen 8 und 15 gr Kohlenhydrate pro 100 g. Da es sich bei den meisten Rezepten um Esslöffelweise Ajvar handelt kein Problem. Diabetiker können auch die Nährwerttabellen von folgender Seite nutzen Diabetes-Portal DiabSite. An der rechten Seite sind Tabellen sortiert nach Hersteller und Markennamen, Kategorien und A-Z.

Man kann Ajvar natürlich auch selbst herstellen mit wenig oder gar kein Zucker, auf der Seite der Zeitschrift Essen und trinken gibt es ein Rezept für 5 Gläser Ajvar zum selbermachen. Essen und trinken: Ajvar selber machen

Was sind Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate oder Saccharide bilden eine biochemisch bedeutsame Stoffklasse. Kohlenhydrate kommen im Stoffwechsel aller Lebewesen vor. Als Produkt der Photosynthese machen Kohlenhydrate etwa zwei Drittel der weltweiten Biomasse aus. Kohlenhydrate sind die am häufigsten vorkommende Klasse von Biomolekülen. Die Wissenschaft, die sich mit der Biologie der Kohlenhydrate beschäftigt, heißt Glycobiologie. Kohlenhydrate werden oftmals mit dem Suffix „-ose“ gekennzeichnet.

Kohlenhydrate machen den größten Bestandteil in der Nahrung aus und sind wichtige Energielieferanten. Sie bestehen aus Zuckermolekülen und sind der Treibstoff für Muskeln und Gehirn.

Die Energie wird in Kilojoule oder Kilokalorien angegeben. In tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln sind die drei Makro-Nährstoffe Kohlenhydrate, Eiweiße (Proteine) und Fette enthalten, darüber hinaus Mineralstoffe und Vitamine, die sogenannten Mikro-Nährstoffe. Die Makro-Nährstoffe werden im Verdauungstrakt aufgespalten, über das Blut zu den Körperzellen transportiert und dort verwertet. Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette – diese lebenswichtigen Nährstoffe sind buchstäblich in aller Munde. Doch was steckt eigentlich dahinter? Was sind Kohlenhydrate? Wie wirken sie genau im Körper? Und in welchen Lebensmitteln sind sie enthalten?

Kohlenhydrate kommen in allen Lebewesen vor und sind ein zentraler Bestandteil des Energiestoffwechsels. Monosaccharide sind in der Natur in höheren Konzentrationen in Früchten und in Honig zu finden. Unter den Disacchariden kommt Saccharose in Zuckerrüben und Zuckerrohr vor. Das Disaccharid Lactose kommt in Milch und Milchprodukten vor, während die Maltose natürlich in Honig und künstlich in Malz und Stärkezucker vorkommt. Die Raffinose und die Stachyose sind in vergleichsweise höheren Konzentrationen in Getreide, in Knollen, in Zwiebeln und in Malz vertreten. Stärke und Dextrine werden gehäuft von Getreiden, Wurzeln, Knollen und Gemüsen  gebildet. Cellulosen, Hemicellulosen werden von allen Pflanzen gebildet. Cellulose ist das am häufigsten vorkommende Biomolekül. Dementsprechend ist Glucose, aus dem Cellulose aufgebaut ist, das häufigste Monosaccharid.

„Kohlenhydrate spielen neben Fett die wichtigste Rolle für die Deckung des Energiebedarfs, obwohl sie im Vergleich zu Fett weniger als die Hälfte an Kalorien liefern“. sagt die  Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Ein Gramm Kohlenhydrate hat 4 Kilokalorien, Fett hingegen hat 9 Kilokalorien pro Gramm. Kohlenhydrate sind der wichtigste Treibstoff für Muskulatur und Gehirn und gelangen über das Blut in sämtliche Zellen.

Gehalt verschiedener Kohlenhydrate in Pflanzen (in g/100 g)
Nahrungsmittel Gesamtkohlenhydrate
inkl. Ballaststoffe
Gesamtzucker Fructose Glucose Saccharose Fructose/
Glucose
Verhältnis
Saccharose
in % des
Gesamtzuckers
Früchte
Apfel 13,8 10,4 5,9 2,4 2,1 2,0 19,9
Aprikose 11,1 9,2 0,9 2,4 5,9 0,7 63,5
Banane 22,8 12,2 4,9 5,0 2,4 1,0 20,0
Feige, getrocknet 63,9 47,9 22,9 24,8 0,9 0,93 0,15
Trauben 18,1 15,5 8,1 7,2 0,2 1,1 1
Navelorange 12,5 8,5 2,25 2,0 4,3 1,1 50,4
Pfirsich 9,5 8,4 1,5 2,0 4,8 0,9 56,7
Birne 15,5 9,8 6,2 2,8 0,8 2,1 8,0
Ananas 13,1 9,9 2,1 1,7 6,0 1,1 60,8
Pflaume 11,4 9,9 3,1 5,1 1,6 0,66 16,2
Gemüse
Rote Beete 9,6 6,8 0,1 0,1 6,5 1,0 96,2
Karotte 9,6 4,7 0,6 0,6 3,6 1,0 77
Paprika 6,0 4,2 2,3 1,9 0,0 1,2 0,0
Zwiebel 7,6 5,0 2,0 2,3 0,7 0,9 14,3
Süßkartoffel 20,1 4,2 0,7 1,0 2,5 0,9 60,3
Yamswurzel 27,9 0,5 Spuren Spuren Spuren Spuren
Zuckerrohr 13–18 0,2 – 1,0 0,2 – 1,0 11–16 1,0 hoch
Zuckerrübe 17–18 0,1 – 0,5 0,1 – 0,5 16–17 1,0 hoch
Getreide
Mais 19,0 6,2 1,9 3,4 0,9 0,61 15,0

 

So wirken Kohlenhydrate im Körper

„Kohlenhydrate müssen im Verdauungstrakt zuerst wieder in Einfachzucker, also Glukose, zerlegt werden, bevor sie in die Blutbahn gelangen“. Das Hormon Insulin transportiert die Glukose vom Blut in die Körperzellen. „Eine bestimmte Blutzuckerkonzentration ist lebenswichtig und darf nicht unterschritten werden“, erklärt der Ernährungsmediziner. Sonst kommt es zu gefährlichen Unterzuckerungen. Sobald ein bestimmter Grenzwert unterschritten wird, steuert die Leber über den Abbau von Glykogen den Blutzuckerspiegel. Bei längeren Hungerperioden produziert die Leber Glukose über den Abbau von Körpereiweiß. Das stellt sicher, dass der nötige Blutzuckerspiegel zur Versorgung des Gehirns aufrechterhalten werden kann“.

Gibt es unterschiedliche Kohlenhydrate?

Je nach Anzahl der Zuckerbausteine unterteilt man Kohlenhydrate in drei Gruppen:

  1. Einfachzucker (Monosaccharide): Die bekanntesten und wichtigsten sind Traubenzucker (Glukose, z. B. in Trauben) und Fruchtzucker (Fructose, in den meisten Obstsorten).
  2. Zweifachzucker (Disaccharide): Dazu gehören Haushalts-, Malz- und Milchzucker. Einfach- und Zweifachzucker kommen vor allem in Süßigkeiten und Limonaden vor. Sie schmecken süß, sind aber mit Ausnahme von Obst meist bloße Energieträger, die kaum Vitamine oder Mineralstoffe enthalten und den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe schießen lassen. Das fördert Heißhungerattacken. Einfach- und Zweifachzucker sind süß und wasserlöslich.
  3. Mehrfachzucker (Polysaccharide): Das wichtigste Polysaccharid ist Stärke (z. B. in Kartoffeln). Mehrfachzucker stecken aber auch in Getreide, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Mehrfachzucker sind geschmacksneutral und nicht wasserlöslich.

Lebensmittel ohne Kohlenhydrate

Als Lebensmittel ohne Kohlenhydrate werden solche bezeichnet, die auf 100 Gramm Gewicht weniger als ein Gramm verwertbarer Kohlenhydrate aufweisen. Es gibt viele Lebensmittel (fast) ohne Kohlenhydrate, in unserer Aufzählung nennen wir dir die wichtigsten:

Keine oder kaum Kohlenhydrate findest du in

  • Fisch und Meeresfrüchte ohne Panade, Garnelen, Hummer, Krebse Muscheln; Fleisch und Geflügel in purer Form (nicht verarbeitet wie etwa Aufschnitt), Eier, Hart- und Schnittkäse, grünes Gemüse wie Salate, Gurken, Spinat, Mangold; Mineralwasser, ungesüßter Tee, Lightgetränke

Wenig Kohlenhydrate findest du in

  • Mascarpone, Schmelzkäse, Camembert, Gorgonzola, Roquefort, Avocado, Grünkohl, Zitrusfrüchte, Beeren, Guaven, Macadamianüsse, Paranüsse, Mandeln, Milch, Joghurt, Quark, Buttermilch, Kefir, Prokkoli, Tomaten, Zwiebeln

Einiges an Kohlenhydraten steckt dagegen in Wurzelgemüse wie Kartoffeln und Süßkartoffeln. Die meisten Obstsorten enthalten Fruchtzucker und somit oft auch einiges an Kohlenhydraten. Niedrige Werte weisen unter anderem Erdbeeren, Grapefruit, Aprikosen, Orangen und Himbeeren auf.

Kohlenhydrate: Besser als ihr Ruf

Kohlenhydrate haben bei vielen Menschen einen schlechten Ruf: Sie gelten als Dickmacher, einige schwören darauf, abends keine Kohlenhydrate mehr zu essen. In Wirklichkeit enthalten Lebensmittel mit komplexen Kohlenhydraten wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln aber nicht übermäßig viele Kalorien. Bei Brot hingegen, das ebenfalls viele komplexe Kohlenhydrate enthält, liegt der Brennwert aufgrund des niedrigen Wasseranteils deutlich höher. 100 Gramm Vollkornbrot hat 200 Kilokalorien, 100 Gramm Weißbrot bringt es sogar auf 270 kcal. Zum Vergleich: 100 Gramm Kartoffeln haben 70 Kilokalorien, 100 Gramm gekochter Reis enthält 110 kcal und 100 Gramm gekochte Nudeln haben 140 kcal.

Kohlenhydrate sind an der Regulation des Stoffwechsels von Proteinen und Fetten beteigt. „Ohne Kohlenhydrate können Eiweiße und Fette nicht richtig für den Aufbau von Körpermasse verwendet werden. Darum nimmt man bei kohlenhydratfreien Diäten tatsächlich ab, auch wenn man relativ große Mengen an Eiweiß und Fett isst“, sagt Professor Erdmann. Der Stoffwechsel wird ohne Kohlenhydrate quasi ein Stück weit ineffektiver. Die sogenannte Atkins-Diät empfiehlt Abnehm-Experte Erdmann trotzdem nicht. Sie sei einseitig und ungesund und man müsste wirklich Null Kohlenhydrate essen, um den Diät-Effekt zu erzielen. „Das hält niemand lange durch, zumal in vielen Lebensmitteln eine Nährstoff-Kombination enthalten ist, man die Nährstoffe also nicht isoliert voneinander essen kann“, sagt der Internist. „Der menschliche Körper braucht alle drei Makro-Nährstoffe. Eine gesunde Ernährung bedeutet eine Mischung aus pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln, die das Körpergewicht normal halten oder es dorthin bringen.“

Diagnose Diabetes!

Sollte der Diabetes bei euch neu entdeckt worden sein, keine Panik bekommen. Von einer vorhandenen Diabetes geht nicht die Welt unter. Es bedarf zwar einer genauen Untersuchung, und je nachdem welche Art von Diabetes man hat und wie gravierend die Diabetes ist, auch vielleicht eine Umstellung der Ernährung aber auch das ist nicht so schlimm wie es sich anhört.

Heutzutage hat ein Diabetiker es wesentlich leichter als z.B. noch vor 20 Jahren. Wir alle oder vielmehr viele von euch haben das Internet als Suchmedium zur Verfügung, ich werde euch hier mal einiges auflisten was euch vielleicht weiterhelfen kann, um genaueres über die Krankheit Diabetes zu erfahren. Und auch einige Links zum Downloaden hier reinstellen. Und auch mehr Informationen auf folgenden Seiten veröffentlichen.

Was ist Diabetes?:

Der Diabetes mellitus („honigsüßer Durchfluss, Honigharnruhr“; von altgriechisch διαβήτης diabḗtes [zu διαβαίνειν diabainein „hindurchgehen, durchfließen“] und lateinisch mellitus „honigsüß“), umgangssprachlich kurz DiabetesZuckerkrankheit oder seltener Blutzuckerkrankheit, bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselstörungen mit unterschiedlichen Ursachen. Das Wort beschreibt deren Hauptsymptom, die Ausscheidung von Zucker mit dem Urin. Thomas Willis diagnostizierte 1675 die Krankheit, wie bereits Ärzte der Antike in Indien, Alexandria und Rom, anhand einer Geschmacksprobe des Urins, denn der Harn von Personen mit Diabetes weist bei erhöhtem Blutzuckerspiegel einen süßlichen Geschmack auf.

Mechanismen, die zur Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie) führen, setzen überwiegend am Insulin, dem Hauptregelungshormon des Zuckerstoffwechsels im menschlichen Körper, an: absoluter Insulinmangel, relativer Insulinmangel durch eine abgeschwächte Wirksamkeit des Insulins (Insulinresistenz) oder beides zusammen.

Diabetes-Typen nach den Leitlinien der DDG 2009

Basierend auf dem Bericht der WHO-Kommission von 1999 wird entsprechend den Leitlinien der DDG 2009 nach folgenden Kriterien eingeteilt:

  • Typ-1-Diabetes mellitus: Zerstörung der Betazellen der Langerhans-Inseln des Pankreas führt zu absolutem Insulinmangel.
  • Typ-2-Diabetes mellitus: Kann sich erstrecken von einer (genetisch bedingten) Insulinresistenz mit relativem Insulinmangel bis zu einem absoluten Insulinmangel im späteren Krankheitsverlauf. Er ist häufig assoziiert mit anderen Problemen des metabolischen Syndroms.
  • Andere spezifische Diabetes-Typen
    • Erkrankungen des exokrinen Pankreas (z. B. Pankreatitis, zystische Fibrose, Hämochromatose)
    • Endokrinopathien (z. B. Cushing-Syndrom, Akromegalie, Phäochromozytom)
    • Medikamentös-chemisch induziert (z. B. Glukokortikoide, Neuroleptika, Alpha-Interferon, Pentamidin)
    • Genetische Defekte der β-Zell-Funktion (z. B. MODY-Formen)
    • Genetische Defekte der Insulinwirkung
    • Andere genetische Syndrome, die mit einem Diabetes assoziiert sein können
    • Seltene Formen eines autoimmun vermittelten Diabetes.
  • Gestationsdiabetes: Erstmals während der Schwangerschaft aufgetretene oder diagnostizierte Glukosetoleranzstörung. Dies schließt ein:
  • Erstmanifestation eines Typ-1-Diabetes
  • Erstmanifestation eines Typ-2-Diabetes
  • Erstmanifestation anderer spezifischer Diabetes-Typen
  • Präkonzeptionell manifester, aber nicht diagnostizierter Diabetes mellitus (Typ 2), vor allem anzunehmen bei Glukosetoleranzstörung bereits im 1. Trimenon.

Diese Einteilung wurde 2011 als Teil einer Aktualisierung der Leitlinien durch die DDG bestätigt.

Diabetes Typ1:

Bei diesem Krankheitstyp handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Dabei zerstört das körpereigene Immunsystem im Rahmen einer als Insulitis bezeichneten Entzündungsreaktion die insulinproduzierenden β-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dieser Verlust der β-Zellen führt zu einem zunehmenden Insulinmangel. Erst wenn ca. 80–90 % der β-Zellen zerstört sind, manifestiert sich der Typ-1-Diabetes. In der Anfangsphase der Erkrankung ist möglicherweise noch eine kleine Insulinrestproduktion – messbar über das C-Peptid – vorhanden.

Diabetes Typ 2:

Hierbei handelt es sich um eine Störung, bei der Insulin zwar vorhanden ist, an seinem Zielort, den Zellmembranen, aber nicht richtig wirken kann (Insulinresistenz). In den ersten Krankheitsjahren kann die Bauchspeicheldrüse dies durch die Produktion hoher Insulinmengen kompensieren. Irgendwann kann die Bauchspeicheldrüse die überhöhte Insulinproduktion aber nicht mehr aufrechterhalten. Die produzierte Insulinmenge reicht dann nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, und der Diabetes mellitus Typ 2 wird manifest. Ein Typ-2-Diabetiker produziert viel mehr körpereigenes Insulin als der Stoffwechselgesunde (Hyperinsulinismus), doch aufgrund einer hohen Insulinresistenz steigt der Blutzucker dennoch an; später kommt es über einen relativen Mangel in einigen Fällen zu einem absoluten Insulinmangel. Die Selfish-Brain-Theorie liefert eine mögliche Erklärung der komplexen Regulierung des Blutzucker- und Fettstoffwechsels durch den Hypothalamus, mit dem Ziel, dem Gehirn immer genügend Glucose zur Verfügung zu stellen.

Noch in den 1990er Jahren hatte der Diabetes-Typ-2 verharmlosend den Beinamen Altersdiabetes, weil er in der Regel erst im höheren Lebensalter auftrat. Allerdings wird der Diabetes Typ 2 auch bei immer mehr jüngeren Menschen diagnostiziert. Bei Kindern und Jugendlichen findet sich zunehmend häufiger die Form des MODY-Diabetes. Aufgrund des Auftretens in jüngeren Jahren und der Gefahr der Entwicklung von massiven Gesundheitsschäden im Laufe des Lebens ist der Begriff „Altersdiabetes“ nicht mehr angebracht.

Der Typ-2-Diabetes wird oft erst spät erkannt, nicht ernst genommen oder unzureichend behandelt, und Ärzte sind bei der Behandlung bisweilen unsicher. Auch die Patienten neigen oft trotz Aufklärung und Schulung zur Verdrängung, da spürbare Einschränkungen der Gesundheit häufig erst dann auftreten, wenn sich akute, teils irreversible Schäden manifestieren. Um eine gleichbleibende Qualität zu erreichen, fördern die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland seit 2003 einheitliche Diagnose- und Therapierichtlinien im Rahmen des Disease-Management-Programmes (DMP).

Die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften geben nationale Versorgungs-Leitlinien u. a. für den Diabetes mellitus Typ 2 heraus. Diese Leitlinien sind evidenzbasierte ärztliche Entscheidungshilfen für die strukturierte medizinische Versorgung (Disease Management, Integrierte Versorgung).

 

Diabetes Diät:

Ernährung bei Typ-1-Diabetes

Eine ausgewogene Ernährung sollte laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung den Energiebedarf zu etwa 52–53 % aus Kohlenhydraten, zu 16–17 % aus Eiweiß und zu 28–31 % aus Fett decken und wird von dieser für alle Menschen, einschließlich der Diabetiker, empfohlen. Der normalgewichtige Typ-1-Diabetiker kann sich prinzipiell normal ernähren, wenn er seinen Blutzuckerspiegel im Griff hat (inklusive Süßigkeiten), doch ist immer eine Anpassung der Insulintherapie notwendig. Von der GMA empfohlene Mengen sind etwa 4 Gramm Kohlenhydrate pro Tag und Kilogramm Körpergewicht. Als Berechnungsgrundlage dienen meist Broteinheiten (eine BE = 12 g Kohlenhydrate). Seltener verwendet wird auch der Begriff Kohlenhydrateinheiten (eine KE = 10 g Kohlenhydrate). Dies soll der schnelleren Berechenbarkeit dienen, hat sich jedoch nicht durchgesetzt, da die Hersteller weiterhin BE angeben. Der Fett- und Eiweißgehalt der Nahrung hat einen deutlichen Einfluss auf die Anstiegsgeschwindigkeit und Dauer der Erhöhung der Blutglukose. Daher muss der Insulin spritzende Diabetiker lernen, die Insulinwirkung auf den Blutzuckerverlauf in Abhängigkeit mit der aufgenommenen Nahrung abzuschätzen.

Die durch intensivierte Insulintherapie behandelten Typ-1-Diabetiker haben die Möglichkeit, selbst über die Zusammensetzung ihrer Ernährung zu entscheiden. Die Broteinheit oder KE wird deshalb heute von den geschulten Typ-1-Diabetikern lediglich zur Berechnung der verzehrten Kohlenhydrate und damit der richtigen Insulindosis verwendet, statt – wie früher – die Berechnung der Mahlzeit im Hinblick auf die Gesamtenergiezufuhr. Auch beim Typ-1-Diabetiker mit gut eingestellter Therapie führt die übermäßige Zufuhr von Energie (siehe: physiologischer Brennwert) zu Übergewicht. Beispiel: Eine Laugenbrezel hat 2 BE bei einem Brennwert von ca. 540 kJ (= 130 kcal). Eine Butter-Laugenbrezel hat auch nur 2 BE, aber einen Brennwert von ca. 1.250 kJ (= 300 kcal). Ein Überschuss in der Energiebilanz führt auch hier auf Dauer zu Übergewicht.

Ernährung bei Typ-2-Diabetes

Für den Typ-2-Diabetiker gelten die allgemeinen Grundsätze für eine gesunde Ernährung: angepasst an den tatsächlichen Kalorienbedarf, ballaststoffreich, vollwertig, viel frisches Obst und Gemüse, Alkohol in Maßen erlaubt. Für eine ballaststoffreiche Ernährung eignen sich Vollkornprodukte und ballaststoffreiche helle Kohlenhydratkomponenten, wie Beta-Glucan-Gerste sowie beta-glucanreiche Gerstenbackwaren, Gerstenflocken oder Gersten-Müsli. Beta-Glucane aus Gerste können den Anstieg des Blutzuckers nach den Mahlzeiten signifikant reduzieren, verbunden mit einer verringerten Insulinausschüttung, wenn die Mahlzeit 4 g Beta-Glucan aus Gerste oder Hafer pro 30–80 g Kohlenhydrate enthält. Eine skandinavische Studie zeigt einen möglichen präventiven Effekt von Beta-Glucan aus Gerste gegen Diabetes über das Mikrobiom beim Verzehr von Gerstenbroten. Erst in Abhängigkeit von Komplikationen (hyperglykämische Stoffwechselentgleisungen, Übergewicht, erhebliche Fettstoffwechselstörungen, deutlich erhöhte Harnsäure, zusätzliche Erkrankungen wie Hypertonie, Durchblutungsstörungen, fortgeschrittene Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen u. a.) ergeben sich entsprechend angepasste Ernährungsempfehlungen.

 

 

Diabetiker und Außer-Haus-Essen geht das?

Wer unter Diabetes leidet hat es leider nicht leicht wenn er einmal mit Freundin oder Freunden essen gehen möchte. Ich kenne kein Restaurant oder Imbiss das Nährwertangaben auf seiner Speisekarte hat. Es ist ein Manko unter dem wirklich hunderttausende von Diabetikern zu leiden haben. Das gleiche gilt auch für die sogenannten Backshops bei den Discountern.

Insbesondere für Diabetiker ist das Essen außer Haus mit Problemen verbunden. So gibt es häufig wenig Gewissheit über Zusammensetzung und Qualität der Zutaten sowie die Wirkung der Speisen auf den Blutzucker.Wohl dem der ein Smartphone mit Internet hat und auf eine Datenbank zugreifen kann, aber diejenigen die es nicht haben gehen leer aus, und müssen sehen das sie richtig schätzen, und sich nicht in die Unterzuckerung spritzen, oder müssen auf ein Außer-Haus-Essen verzichten, was bei einigen auch zu einem Leben in Isolation führen kann.

Nun fragt sich manch einer „Dürfen Zuckerkranke das? Alkohol trinken? Fleisch essen? Sich etwas Süßes gönnen?“

Die Antwort darauf lautet: „Ja, das dürfen sie – aber in Maßen, nicht in Massen, genau wie Gesunde auch“.

Menschen mit Diabetes dürfen fast alles essen – eine Diabetesdiät gilt als überholt. Auch spezielle Diabetikerprodukte oder Zuckerersatzstoffe können sie ignorieren, unabhängig davon, ob sie Diabetes Typ 1 oder Typ 2 haben. Wichtig ist nur, dass sie gesund und ausgewogen essen.

In Deutschland boomt das Fast Food sehr stark allen voran an der Spitze steht der Döner. Viele betrachten den Döner als kleinen Snack, und wissen gar nicht wie unrecht sie damit haben. Der Döner ist eine vollständige Mahlzeit und kein zwischendurch Happen. Eine Portion Döner mit Fleisch enthält im Schnitt 600 Kilokalorien, 17 g Fett und 73 g Kohlenhydrate. 

Wenn schon ein Döner dann als vollständige Hauptmahlzeit einplanen, und etwas mehr Salat statt Fleisch dazwischen.

Das griechische Pendant zum Döner, die Gyros Pita steht mit Tzaziki und Fritten weit aus schlechter da als der Döner. Hier gibt es auf die Schnelle mal eben 855 Kilokalorien, 46 g Fett und 57 g Kohlenhydrate. Absolut des guten zuviel.

Auch Italienisch lieben wir, allen voran die dünne knusprige Pizza. Direkt vom Italiener oder aus dem Supermarkt und selbst aufgebacken. Auch die Pizza steht bei uns in Deutschland hoch im Kurs. Den Varianten sind keine Grenzen gesetzt ob mit Käse oder Thunfisch oder Speciale. Dabei enthalten die Teigplatten sehr viel Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß. Eine Thunfischpizza zum Beispiel wiegt im Schnitt 420 g, enthält 42 g Fett, was etwa 40 Prozent der 922 Kilokalorien ausmacht. Dazu gesellen sich 102 g Kohlenhydrate und 34 g Eiweiß.

Weiter geht es mit des Deutschen liebstes Kind der Curry- oder- Bratwurst. Das kleine Schmankerl für zwischendurch enthält pro Currywurst ohne Sauce 414 Kilokalorien, die sich aus 38 g Fett und 18 gEiweiß zusammensetzen. Umgerechnet besteht die Wurst zu 83 Prozent aus Fett. Für die meisten gehören zur Wurst selbstverständlich Fritten. Eine Portion mit Ketchup summiert sich dabei auf 455 Kilokalorien, 22 g Fett und 56 gKohlenhydrate.

Ganz gleich, ob es nun italienisch, griechisch, türkisch, asiatisch oder klassisch deutsch ist: Als Fast Food sind die meisten Gerichte sehr energie-, fett- und kohlenhydratreich. Selbst bei fertigen Feinkostsalaten kann einiges an Kohlenhydraten enthalten sein, auch wenn sie ohne fettreiche Mayonnaise auskommen.

Hier mal ein paar Tipps wie sie trotzdem nicht auf Außer-Haus-Essen verzichten müssen.

  • Viele Plattformen wo ihr euer Essen bestellen könnt bieten mittlerweile auch eine Rubrik „Gesundes Essen an. Hier werden die Anbieter von Pommes, Burger und Co. schon herausgefiltert.
  • Sucht nach Gerichten die mit Salat oder sonstiges serviert werden. Wenn ihr einen Salat bestellt kommt meistens das zuckerhaltige Dressing extra. Nehmt  stattdessen ein Oliven-oder Walnussöl, das kommt eurem Herz-Kreislaufsystem zugute.
  • Gerichte die nur aus Fleisch und Weißmehlprodukten bestehen links liegen lassen. Fragt stattdessen nach Vollkornprodukten z.B. für Brot, Pasta oder Reis.
  • Möglichst auf frittiertes verzichten.
  • Wenn ihr euch kohlenhydratarm ernähren müßt, bestellt entsprechende Alternativen oder lasst weißen Reis oder Nudeln einfach weg. Ein Burger schmeckt auch ohne Brot ganz lecker – hält aber mangels Masse weniger vor.
  • Statt Gerichten mit fetten Sahnesaucen gebt Gerichten mit Tomatensauce den Vorzug.
  • Pizza oder (Vollkorn-)Pasta mit viel Gemüse. Sparen Sie an Schinken, Salami und Doppel-Käse.
  • Döner oder Falafel im Brot kommt oft mit Salat, Kohl, Tomate und Gurke. Weniger gesund sind die Sauce und das oft fettige Fleisch. Fragen Sie nach mehr Gemüse und weniger Fleisch und Sauce, so wird das Essen auf die Hand ein Stückchen besser.
  • Beim Bäcker die belegten Brötchen frisch zubereiten lassen: mit Vollkornbrötchen, ohne Remoulade, mit Salat, Gurke, Tomate und z.B. Ei oder etwas Käse. Auch ruhig nach einer Scheibe Gurke und Tomate mehr fragen. Wenn es sonst zu trocken schmeckt, reicht dünn aufgestrichene Butter oder die Hälfte der sonst eingesetzten Remoulade. Das gleiche lässt sich mit Wraps umsetzen.
  • Sushi ist durch Reis, Fisch, Gemüse, Algen und Ingwer ein fettarmes Essen. Oft überwiegt der weiße Klebreis jedoch die Menge an gesundem Fisch und Gemüse, so dass Sushi oft nicht so reich an ungesättigten Fetten und sekundären Pflanzen ist, wie es ein könnte, wenn mehr Fisch und Gemüse enthalten wären. Nehmen Sie Sorten, in denen etwas weniger Reis genutzt wird.
  • Currygerichte mit Gemüse, vegetarisch oder mit Hähnchen, gibt es in vielen asiatischen Varianten von Chinesisch bis Indisch.
  • Gerichte mit Bohnen, Linsen und anderen Hülsenfrüchten halten lange satt, fördern die Verdauung und wirken sich nur langsam auf den Blutzuckerspiegel aus.
  • Bowl-Gerichte, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen: oft bilden Gemüse und pflanzliche Eiweißlieferanten wie Hülsenfrüchte die Basis und werden getoppt von Fisch, Avocado, Nüssen oder Kernen.
  • Burger mit unpaniertem Hähnchenfleisch lassen Kalorien einsparen. Wer dazu auch auf fettige Saucen, Speck und Käse verzichtet, geht viele Schritte in die richtige Richtung!
  • Als Dessert rundet frisches Obst oder ein kleiner Obstsalat die Mahlzeit ab.
  • In Cafés frischen Kaffee genießen mit möglichst wenig Milch und Zucker. Lieber etwas Süßstoff, wenn der Kaffee sonst zu bitter schmeckt. Auch auf jegliche Form von Sirup sollte verzichtet werden: er ist nichts Anderes als Zucker mit künstlichem Geschmack.
  • Wer zum Kaffee etwas Süßes genießen möchte, kann einen Cookie oder kleine Süßspeisen genießen statt große Stücke Torte.

Nüsse und Diabetes passt das zusammen?

Nüsse zählen zu den beliebtesten Snacks. Wenn sich aber jemand Low Carb ernährt oder ernähren muss (Diabetes), wie sieht es da mit dem Verzehr von Nüssen aus?

Nüsse enthalten nur wenig Wasser, aber reichlich Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Besonders wertvoll sind die ungesättigten Fettsäuren. Das Fett in Nüssen liefert hauptsächlich einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die positive Eigenschaften haben. Darüber hinaus enthalten Nüsse Mineralstoffe und Vitamine – vor allem Vitamine aus der B-Gruppe und Vitamin E – sowie Kalium, Natrium, Magnesium und Phosphor. In Maßen genossen (wegen des hohen Kaloriengehaltes) bereichern Nüsse also den Speiseplan als wertvolle Nährstofflieferanten. Quelle: BZFE

Doch wie sieht es bei Low Carb Ernährung mit Nüssen und Kohlenhydraten aus?

Paranüsse und Pekannüsse: 4 g Kohlenhydrate

Bei Paranüssen ist es aufgrund ihrer Größe nicht so einfach, sie gleich tütenweise zu konsumieren. Die meisten Menschen belassen es bei einigen wenigen. Das ist prima, denn sie sind gesund und enthalten viel Eisen, Zink, Selen, Magnesium, Kupfer und die Vitamine B1 und E. Tipp: Am besten jede Nuss einzeln knacken, das dauert länger, so dass insgesamt weniger gegessen werden.

Ähnlich lecker und gesund sind Pekannüsse. Sie haben erwiesenermaßen eine positive Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel und Bluthochdruck. Allerdings sind sie auch extrem kalorienreich (ca. 700 Kalorien auf 100 Gramm). Am besten werden nur einige wenige Pekannüsse für Müslis, Salate oder als Snack in der Hand verzehrt.

Beides sind ausgewiesene Low Carb Nüsse, die man ohne Bedenken immer wieder in kleineren Portionen konsumieren kann.

Kürbiskerne und Macadamia: 5 g Kohlenhydrate

Kürbiskerne werden aufgrund des Phytosterolgehaltes gerne bei Prostatabeschwerden eingenommen. Als Snack spielen sie hierzulande eine untergeordnete Rolle. Gemahlen werden sie als Mehlersatz verwendet.

Macadamia-Nüsse sind aufgrund des sehr sättigenden hohen Fettanteils von 75% ein beliebter Snack bei Low Carb- und Keto-Anhängern und enthalten viele B-Vitamine und Mineralstoffe. Aber Vorsicht: Wie Pekannüsse sind auch Macadamia sehr kalorienreich mit ca. 700 Kalorien auf 100 Gramm.

Walnüsse, Haselnüsse, Erdnüsse: 7 g Kohlenhydrate

Die wohl beliebtesten Nüsse in Deutschland enthalten relativ wenige Kohlenhydrate. Walnüsse und Haselnüsse enthalten u.a. Folsäure, Kupfer, Magnesium, Phosphor, Zink, Mangan und Vitamin B1 und lassen sich abends gemütlich zuhause knacken.

Erdnüsse sind in Wirklichkeit keine Nüsse sondern Hülsenfrüchte und viele Menschen sind allergisch gegen sie. Wer sie genießen kann, sollte dies jedoch auch tun, denn sie enthalten viel Protein (25 Gramm auf 100 Gramm Nüsse) und dazu den Vitamin B-Komplex, Vitamin E und Magnesium. Studien haben gezeigt, dass sich Erdnüsse positiv auf den Cholesterinspiegel und die Blutfettwerte auswirken. Allerdings sind sie nicht gerade kalorienarm und gerade bei Erdnüssen in Snack-Verpackungen ist die Gefahr groß, viel zu schnell viel zu viele zu konsumieren.

Mandeln: 10 g Kohlenhydrate

Mandeln sind als Snack ebenso beliebt wie als Backzutat. Gemahlene Mandeln oder Mandelmehl sind eine gute Low-Carb-Alternative zu regulärem Mehl. Mit rund 576 Kalorien auf 100 Gramm sind Mandeln nicht gerade kalorienarm, doch angeblich sind sie eine echte Wunderwaffe zur Kalorienverbrennung. Ob das stimmt, sei dahingestellt, doch da sie auch eine positive Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel haben, kann eine Handvoll Mandeln als gesunder Snack nicht schaden.

Pistazien: 18 g Kohlenhydrate

Pistazien sind relativ teuer und haben einen relativ hohen Kohlenhydratgehalt, so dass sie in der Low-Carb-Ernährung keine große Rolle spielen. Dabei stecken sie voller gesunder ungesättigter Fettsäuren und Antioxidantien, die freie Radikale im Körper fangen. Um sie maßvoll zu genießen gilt wie bei anderen Nüssen: Lieber komplett mit Schale kaufen und zuhause Nuss nach Nuss selbst knacken, statt fertig geschälte Nüsse aus der Packung futtern.

Cashews: 26 g Kohlenhydrate

Cashews sind so gesund, dass sie häufig zu den Superfoods gezählt werden. Veganer nutzen sie aufgrund ihrer cremigen Textur gerne als Ersatz für Milchprodukte wie Sahne und Joghurt. Allerdings ist ihr Kohlenhydratanteil recht hoch. Wer sich Low Carb ernähren möchte, sollte auf den leckeren Snack lieber verzichten. Keine Empfehlung von unserer Seite als Low Carb Nüsse!

Vorsicht bei Allergien

Nüsse lösen häufig Allergien aus. Besonders Birkenpollenallergiker reagieren aufgrund von Kreuzallergien auf Haselnüsse mit Halskratzen, Juckreiz am ganzen Körper bis hin zur Atemnot. Ähnliche Wirkungen können auch Walnüsse, Paranüsse, Mandeln, Erdnüsse und Cashewnüsse hervorrufen. Insbesondere Erdnussallergiker müssen vorsichtig sein. Bereits kleinste Mengen lösen allergische Reaktionen aus.

Von Allergien betroffene Personen sind beim Einkauf darauf angewiesen, zuverlässige Informationen über die Zusammensetzung der Lebensmittel zu erhalten. Die Allergen-Kennzeichnung nennt bei verpackten Lebensmitteln die Zutaten, die zu den häufigsten Allergenen gehören. Dazu gehören auch Schalenfrüchte (Mandel, Haselnuss, Walnuss, Cashew, Pecannuss, Paranuss, Pistazie, Macadamianuss und Queenslandnuss).

Gut für Herz und Kreislauf

Wissenschaftliche Untersuchungen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sich der Verzehr von Nüssen günstig auf das Herz-Kreislauf-System und vor allem auf die Blutfettwerte auswirkt. Hierbei spielt vor allem das günstige Fettsäuremuster der Nussfette eine wichtige Rolle: Sie haben einen relativ hohen Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die heute als Herz schützend angesehen werden. Möglicherweise wirken auch andere Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, Arginin (eine Aminosäure), Phytosterine und weitere sekundäre Pflanzenstoffe positiv. Quelle: BZFE