Updröögt Bohnen hochdeutsch

Jetzt nochmal ein Ostfriesisches Gericht das eigentlich wie der Grünkohl in die Winterzeit gehört. Für mich ist es der pure Hass, oh ich habe dieses Essen gehasst ganz ehrlich. Im übrigen werden die reifen Bohnen nach der Ernte, im Herbst auf einen Faden gezogen und in der Küche oder auf dem Dachboden getrocknet. Dadurch sollen sie ihren so typischen Geschmack erhalten. Wenn die Bohnen-Girlanden gelb geworden sind, kommen sie zur Aufbewahrung in einen Leinenbeutel. Für mich war es als Kind grauenvoll wenn meine Mutter sagte wir essen heute Updrögt Bohnen, alles würgen und anstellen half nichts, es ging nach dem Motto „Wat up Disch kummt woord upäten“ Also „Was auf dem Tisch kommt wird aufgegessen.

Updrögt Bohnen (getrocknete Bohnen)

Zutaten:
500g Bohnen
300g luftgetrockneten durchwachsenen Speck
4 Mettwürstchen
1 Liter Wasser
750g Kartoffeln (Tuffels)
Salz und Pfeffer

Am Tag vorher werden die Bohnen gewaschen, kleingeschnitten und über Nacht in reichlich
Wasser einweicht.

Am nächsten Morgen werden sie abgezogen und mit dem Speck und der Mettwurst in frischem Wasser etwa 2 Stunden gekocht. In den letzten ca. 20min müssen die Kartoffel mitkochen.

Wenn alles gar ist, das Fleisch rausnehmen und die restlichen Zutaten stampfen.
Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Suurkohlpott plattdüütsch

Nich nur in Bayern kennt un ätt man Suurkohl, ook in Oostfreesland is Suurkohl wat feines un elkun een maag Äten ut Suurkohl. Ook wenn dat Rezept n’bietje verwegen is. Door seggt wi Oostfreesen denn „Well’t lieden maag…

Hier dat Rezept föör jo :

250gr Kassler

350gr Suurkohl

500gr Tuffels

3 Appels

1Zieppel

Solt

So woord dat maakt:

Kassler mit Bunken in bietje’t Water ca 10 Minüten garen, dorna in Würfel schnieden und in een Pott doon. Suurkohl un in Dobbel’s schneden Tuffel’s schichtwiess in de Pott doon un de lüttje sneden Appel’s un de Ziepel dor to doon. Vielliecht. een bietje Solt tofögen. Ungefähr 30-40 Minüten garen laten.

Up Disch doon un upäten.

To drinken paßt am beste een Beer. ( Stuurkoppen könn’t dat ja mal mit een Riesling probeeren)

Rumpot plattdüütsch

Man nimmt doorto:

  • 500 g Obst
  • 500 g Zukker
  • 2/3 l Branntwien
  • 1/3 l Rum 55%

An Obst nimmt man för de Rumpott Eerdjebejen, suur Karsen, oftrucken un in Stücken sneden Pfirsichen, oftrucken un in Stücken sneden Aprikosen, schillt Peren in Schieven, Plumen, ohn Steen un vördelt. De Früchten smaals heel genau utsöken, wasken un in en Kumm inzuckern (een Laag Früchten, een Laag Zucker). Na sowat een Stünn in de Rumpott doon un so vööl Rum upgeten, dat de fingerbreed over de Früchten steiht. Nu de Rumpott mit Pergament of Cellophanpapier dicht maken. So maakt man dat mit elke Fruchtsoort, de infüllt word. Na de leste Früchten mit en sülvern Lepel umröhren. So lööst sük de Zucker beter, de sük an de Baam ofsett hett, un de Früchten worden good misket.
Denn word d’r noch ½ l Rum upgoten un de Rumpott mutt noch 4 Week stahn.

Rezeptquelle: Annelene von der Haar, Das Kochbuch aus Ostfriesland, Verlag W. Hölker GmbH, 24. Auflage 2009.

Roode Göört plattdeutsch

Is nich in Oostfreesland utfunnen worden, man ook wie Oostfreesen sünt so richtige Lekkerbecken, man maag Roode Göört ook hier bi uns.

Un dat bruuk’t ji dorto:

1 l Saft van Haantjebeeren (viellicht. mit Albejensaft mischen)

Zitronensaft

125 gr Sago

Sago ungefähr 30 Minüten in’t Saft quellen laaten, denn paar Minüten düchtig dörkoken laten, un bietje Zitronensaft dar to doon. In een koolt utgespölte Förm doon un kolt worden laten.
Mit Vanillesoße oder (Schlaag-) Rohm serveren.

Die Ostfriesische Teezeremonie hochdeutsch

Die Teezeremonie ist in Ostfriesland ein sehr wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens, eher kannst du einem Ostfriesen das Rauchen verbieten, als das er die Finger von seinem geliebten Tee lässt.

De Teetied (ostfriesisches Plattdeutsch, für: Teezeit) oder auch die ostfriesische Teezeremonie gilt als wichtiger Bestandteil der ostfriesischer Geselligkeit und der ostfriesischen Küche. Auch heute noch ist es in Ostfriesland üblich, einem Gast bei Ankunft eine Tasse Tee anzubieten. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Grund des Besuchs ein mehrtägiger Aufenthalt oder nur ein kurzer Botengang ist. Es ist die ostfriesische Art, den Gast willkommen zu heißen. Diese Tradition wird nicht nur von Einheimischen gepflegt, sondern auch oft von Zugezogenen angenommen.

De Teetied wird durchaus auch außerhalb Ostfrieslands zelebriert. Die Teezeremonie wird auch von vielen Exil Ostfriesen und Ostfriesland Freunden gepflegt.

Was braucht man jetzt um eine gute Tasse echten ostfriesischen Tee’s zu genießen.

Ganz einfach folgendes Zubehör:

  • Tee (Ostfriesische Mischung)

 

  • weiches Wasser, siedend (week Water)
  • Teekanne, mit Stövchen  (Treekpot)
  • Kandiszucker, weiß oder braun (Kluntjes)
  • Kandiszange (Kluntjetang)
  • Sahne, am besten mit Sahnelöffel (Rohm am besten van’t Buur)
  • geeignete Teetassen (Tassen oder Köpkes)
  • Teesieb
  • Gebäck  oder Kuchen (optional) (Kookjes oder Kook)

So da wir nun alles beisammen haben, können wir loslegen und uns einen Trekpott full Tee moken.

Zuerst wird kochendes Wasser in die Teekanne gegeben und die Kanne damit ausgespült. Dies wärmt sie an. Als Nächstes wird der abgemessene Ostfriesentee in die warme Kanne gegeben. Eine gebräuchliche Formel ist: ein Teelöffel Tee pro gedeckter Tasse und ein weiterer „für die Kanne“. Sodann wird die Kanne zur Hälfte mit kochendem Wasser befüllt. Man lässt den Tee so mit geschlossenem Deckel etwa drei bis vier Minuten ziehen. Abschließend wird die Teekanne ganz gefüllt, und der Tee ist fertig. Der Tee kann jetzt durch ein Sieb in eine Servierkanne umgefüllt werden, um zu vermeiden, dass Teeblätter in die Tassen gelangen. (So machen echte Ostfriesen das)alternativ verbleibt der Tee in der bereits befüllten Kanne, in diesem Fall wird ein Handsieb oder ein im Kannenauslauf angebrachtes Sieb benutzt.

 

Vor dem Eingießen legt man einen Kluntje, ein großes Stück braunen oder weißen Kandiszucker in die Tasse. Der Tee wird nun auf den Kluntje in die Teetassen gefüllt. Hierbei beginnt der Kluntje charakteristisch zu knistern. Anschließend gibt man mit einem Sahnelöffel (Rohmlepel) einen Tropfen Sahne („’n Wulkje Rohm“) hinzu. Für gewöhnlich wird die Sahne vorsichtig am Rand der Tasse eingebracht, so dass eine „Sahnewolke“ entstehen kann – eben „’n Wulkje“. Ursprünglich wurde Rahm (daher auch das plattdeutsche Wort „Rohm“) verwendet, der sich nach längerer Standzeit auf frisch gemolkener, unbehandelter Milch absetzte. Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung, die auch vor der Landwirtschaft in Ostfriesland nicht Halt machte, verschwand diese Tradition jedoch mehr und mehr, und stattdessen wurde der Tee mit Sahne verfeinert.

Der Tee wird traditionell ohne Umrühren getrunken, so dass erst das herbe Teearoma vom Tassenrand, dann der milchige Teegeschmack der Tassenmitte und zum Schluss die Süße des gezuckerten Tees auf dem Tassengrund geschmeckt werden. Dieses Verfahren rührt noch daher, dass man früher den teuren Kluntje möglichst lange (über mehrere Tassen Tee hinweg) benutzen wollte. Das Umrühren hätte hierbei zur ungewollt schnellen Auflösung geführt. Diesem Argument halten auch heutzutage noch Teegenießer entgegen, dass der Tee einerseits durch das Umrühren und den großen Kluntje zu viel Süße bekomme, andererseits die erwähnte „Schichtung“ der Geschmacksrichtungen verloren gehe.

 

Für jeden Teilnehmer an einer Teerunde sind drei Tassen ein Mindestmaß – wird vorher abgelehnt, gilt das als unhöflich bis beleidigend. Durch umgekehrtes Auflegen der Tasse auf die Untertasse oder indem man den Löffel in die Tasse legt signalisiert man, dass kein weiteres Nachschenken gewünscht ist.

Die Hauptteezeit ist der Nachmittagstee um etwa 15 Uhr. Zur ostfriesischen Teekultur gehört aber auch die kurze Teepause am Vormittag (Elführtje) um etwa 11 Uhr. In vielen Familien gibt es auch einen zusätzlichen abendlichen Tee um etwa 21 Uhr. Für neu eingetroffene Gäste wurde in der Vergangenheit auch außerhalb dieser festen Teezeiten als erstes eine Kanne Tee aufgesetzt, eine Tradition, die sich auch heute noch in vielen ostfriesischen Haushalten findet.

So jetzt könnt ihr Loslegen und euch einen schönen Köpke Tee gönnen, probiert es einfach einmal und vorallem braucht ihr Zeit dafür keine Hektik aufkommen lassen. Dree Tassen is Ostfreesen Recht. In diesem Sinne Prost.

 

Hustensaft aus braunem Kandis hochdeutsch

Früher wurden bei uns in Ostfriesland (wie fast überall) bei kleineren Wehwehchen alte Hausmittel eingesetzt, z.B. Zwiebelscheiben bei Ohrenschmerzen und so weiter. Da kommt unser Kandiszucker oder Kluntje wie wir Ostfriesen sagen ins Spiel. Es gibt es nicht nur den weissen Kluntje, nein es gibt auch braunen Kluntje der in Ostfriesland früher

“ Bostkluntje “ also Brustkandis genannt wurde. Der braune Kandis oder Kluntje bekommt seine Farbe durch hinzufügen von karamellisiertem Zucker bei der Herstellung.

Heute mal ein Rezept für Hustensaft. Aber Achtung: Dieses Rezept ersetzt nicht den Gang zum Doktor:

Zutaten:

3 Zwiebeln

400 ml Wasser

120 gr braunen Kandis

Zubereitung:

Zwiebeln schälen und klein schneiden. In einem Topf geben und mit den ca. 400 ml Wasser auffüllen, bis die Zwiebeln bedeckt sind. Dann den Kandis hinzufügen, und alles ca. 10 Minuten kochen lassen bis der Kandis sich aufgelöst hat.

Ostfriesen-oder-Ossitorte

Zutaten für eine Torte:

Allgemein:
150 g Rosinen
100 ml Rum

Für den Boden:

5 Eier
5 EL Wasser
1 PK Vanillezucker
175 g Zucker (fein)
150 g Mehl
50 g Speisestärke
1 TL Backpulver

Für die Füllung:
1 l Sahne
2 PK Sahnesteif
2 PK Vanillezucker
50 g Krokant
Krokant und ganze Mandeln zum Verzieren

Zubereitung:

Die Rosinen waschen und abtropfen lassen, dann mit Rum übergießen und zugedeckt 1–2 Tage ziehen lassen. Eier, Zucker, Wasser und 1 Pk Vanillezucker schaumig schlagen. Mehl, Stärke und Backpulver mischen, auf die Eimasse sieben und darunterheben.

Eine Springform (28 cm Ø) mit Backpapier auslegen und den Teig einfüllen. Den Boden im vorgeheizten Backofen bei 175 °C etwa 40 Minuten backen, anschließend auskühlen lassen. Die Mandeln ohne Fett rösten und abkühlen lassen. Den Biskuitboden zweimal waagerecht durchschneiden. Die eingelegten Rosinen abtropfen lassen, den Rum dabei auffangen und die Biskuitböden damit beträufeln.

500 ml Sahne steif schlagen, dabei je ein Päckchen Sahnesteif und Vanillezucker hineinrieseln lassen. 2 EL Rosinen zur Seite legen, die restlichen unter die steife Sahne heben. Die Rosinensahne in 2 Portionen teilen. Den unteren Biskuitboden mit einer Portion Rosinensahne bestreichen und den zweiten Biskuitboden darauflegen. In die zweite Portion der Rosinensahne 50 g Krokant unterheben und das Ganze auf dem Biskuitboden verteilen. Den dritten Biskuitboden darauflegen.

Die übrigen 500 ml Sahne mit je einem Päckchen Sahnesteif und Vanillezucker steif schlagen und die Torte mit zwei Dritteln der Sahne bestreichen. Zum Schluss die Torte mit der restlichen Sahne sowie dem Krokant, den Mandeln und den zur Seite gelegten Rosinen verzieren. Die Torte mindestens 3 Stunden kalt stellen.

Matjes Saalod plattdütsch

5 Matjesfilets
1/2 grooten Appel
1 mittelgrooden Ziepel
60 ml Rohm
250 g Natuurjoghurt
1 Lorbeerblatt
7 Wacholderbeeren
1/2 Knuuvlooktöhn
2 Essiggurken
1/2 TL Mustertkürner
1/2 TL Dill
1 TL Zucker
Solt un Peper

De Matjesfilets in 2 cm groode Stücken snieden un in een Kumm geben. De schillet Appel, de Ziepel un de Gurken in lüttje Würfels snieden, un mit de Rohm un de Joghurt to sammen in de Kumm dohn.

De 1 Lorbeerblatt de 7 Wacholderbeeren de 1/2 Knuuvlooktöhn de 1/2 TL

Gröönkohl up plattdüütsch

Man bruukt:

1 kg Gröönkohl

3 EL Hafergört

100 g Swienfett

1 TL Zucker

1 EL Mustert (middelscharp)

3 groot Ziepels

so ungefähr ½ l Water

5oo g dörwussen rökert Speck

4 lüttje Pinkels

Solt un Pepper

De Kohl ofstriepen un en paarmaal good wasken. 5 Minüten koken. Denn good utdrücken un heel fien snieden. Fett in en Pott heet maken un de würfelt Ziepels andünsten. Denn de Kohl mitdünsten. Speck, Mustert, Hafergört un Zucker togeven un Water upgeten.

All tosamen sowat 1 ½ bit 2 Stünnen koken laten. Wenn de Kohl infroren weer, geiht dat wat feller. In de lest halv Stünn de Pinkels mitkoken. Mit Solt un Pepper ofsmecken. Daarto worden Solt- of Braadtuffels un inleggt Kürbis eten.